8) Gianni Colombo

Spazio elastico, 1967–1968 – Elastischer Raum
Elastische Schnüre, Schwarzlicht, elektrische Motoren
Dimensionen variabel

Bariestesia, 1974–1975
Fotodokumentation
Je 50 x 40 cm, gerahmt
Courtesy: Archive Gianni Colombo, Mailand & Studio Maria Mulas, Mailand

Durch seine Bewegung verändert ein fluoreszierendes Fadennetz den Raum – dieser gerät selbst in Bewegung und wird „elastisch“.

In einer dunklen Kabine spannt sich ein UV-Licht reflektierendes Raster aus Fäden, das mechanisch betrieben und bewegt wird, zwischen Wand, Boden und Decke. Durch die stete Verformung dieses Netzes aus Lichtlinien tauchen die BetrachterInnen in einen sich unablässig neu definierenden Raum ein. Eine weitere Arbeit, die mehrstufige Podest-Skulptur Bariestesia, hat Gianni Colombo sowohl für den Innen- als auch den Außenraum entwickelt. Ein langer Steg aus Stufen unterschiedlicher Neigung bringt das gewohnte, rechtwinkelige Raumgefüge durcheinander und irritiert den Gleichgewichtssinn.

Gianni Colombo war einer der bedeutendsten Vertreter der kinetischen Kunst in Italien und Mitbegründer der Gruppo T deren Anliegen es war, tempo („T“), also die Zeit, aber auch das Publikum mittels Bewegung einzubinden. Mit seinen Ambienti – betretbaren Räumen mit schiefen Böden und Säulen –, Bariestesie (Treppen) oder den Spazi elastici konzentrierte sich Colombo ab 1964 zunehmend auf die räumliche Wahrnehmung.

* 1937 in Mailand/IT, † 1993 in Melzo/IT, lebte und arbeitete in Mailand und Wien/AT

archiviogiannicolombo.org

Location: OÖ Kulturquartier (8)

Gianni Colombo
7) Ief Spincemaille 9) Helga Philipp