4) Helena Martins-Costa

Por um Fio, 2012 – Am seidenen Faden

Videoprojektion, 600 x 100 cm
8', loop

Über den Köpfen der BesucherInnen balanciert eine Akrobatin auf einem Seil, das sich wie eine Linie durch den Gang zieht.

Allein dabei zuzusehen, wie eine Seiltänzerin in höchster Höhe versucht, das Gleichgewicht zu halten, kann schon Schwindel verursachen. Selbst hier, wo es sich um keine reale Szene, sondern lediglich eine Projektion handelt, wird das Betrachten zu einem „Drahtseilakt“ der Wahrnehmung zwischen Realität und Virtualität, Sicherheit und Ungewissheit, Balance und Taumel. Por um Fio (Am seidenen Faden) vermittelt die extreme, riskante Situation eines Hochseilakts – ein symbolisches Bild für ein fragiles Gleichgewicht, das leicht ins Wanken geraten könnte. Entlang der (Seil-)Linie verfolgen die BesucherInnen den Balanceakt über ihren Köpfen und setzen dabei ihren Blick und sich selbst in Bewegung.   

Helena Martins-Costa ist generell davon fasziniert, welche Wirkung der „Blick“ der Kamera erzielen kann – oft auch unbeabsichtigt, wie sie in ihren Fotoarbeiten aufzeigt. Mit gefundenen, von ihr neu zusammengestellten historischen Fotografien macht sie deutlich, wie bereits leichte Verschiebungen des Blickwinkels oder kleine Bildstörungen Irritationen in uns hervorrufen können. Nach ihrer Teilnahme an der Biennale São Paulo 2012 ist die brasilianische Künstlerin nun erstmals in Österreich zu sehen.

* 1969 in Porto Alegre/BR, lebt und arbeitet in São Paulo/BR

helenamartinscosta.com.br

Location: OÖ Kulturquartier (4)

Por um Fio, 2012 – Am seidenen Faden
3) Achim Freyer 5) Claudia Märzendorfer