11) Manfred Mohr

Cubic Limit, 1973–1974 - Kubische Grenze

Videoinstallation
16 mm
4'01", loop

Ein frühes Beispiel computergenerierter Kunst zeigt, wie einzelne Linien die Illusion eines räumlichen Würfels erzeugen können.

Indem er erst einen und dann mehrere Würfel Strich für Strich aufbaut und in Rotation bringt, führt Manfred Mohr spielerisch und nachvollziehbar den Übergang von zwei- zu dreidimensionaler Wahrnehmung vor Augen. Cubic Limit, 1973–1974 analysiert, wie viele bzw. wie wenige der 12 Linien für die Aufrechterhaltung der räumlichen Illusion eines Würfels notwendig sind. Oder andersherum: wie viele Kanten sich entfernen lassen, ohne die räumliche Illusion zu zerstören.

Manfred Mohr zählt zu den Pionieren der Computerkunst und hat sein Werk bereits 1969 der „Idee einer neuen Kunst für das technologische Zeitalter“ gewidmet. Früh entwickelt er eine äußerst reduzierte Bildsprache aus geometrischen Zeichen – in der Tradition der konkreten Kunst ausschließlich in Schwarz und Weiß. Ab 1972 rückte der Kubus, den er bis zum Hyperwürfel (1978) und 6-dimensionalen Raum weiterentwickelte, in das Zentrum seines Schaffens. Dieser mehrdimensionale Raum, der zu berechnen, jedoch nicht zu fassen ist, bildet die rationale technische Basis seiner hoch ästhetischen Werke. Was aus seiner Arbeit „erfahren, verstanden, gelernt, geträumt oder hineininterpretiert werden kann, liegt allein in der Fantasie der BetrachterInnen“. (M. M.)

* 1939 in Pforzheim/DE, lebt und arbeitet in New York/US

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Location: OÖ Kulturquartier (11)

10) Josef Linschinger 12) Jean Tinguely